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08.02.2012

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Die Geschichte des TSV PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christian Hiller   
Freitag, den 21. Dezember 2007 um 23:40 Uhr
 

Am 9. Januar 1876, fassten im damaligen, sicher verträumten Dorf Lenfeld, weit vor den Toren der Stadt Würzburg, mutige Männer den Entschluss, einen Turnverein zu gründen. Die Turnerflammen loderten durch das Land. Die Deutsche Turnbewegung, eine nationale und ebenso politische Kommandosache stellt sich mit sehr wechselvoller Geschichte dar. Das Spannungsfeld hatte viele Fronten: Das reine Turnen hatte zu kämpfen mit der Sportbewegung, d.h. dem Sport, der aus England auf den Kontinent herüberschwappte (Fussball, Schwimmen, etc.). Der bis dato verpönte Mädchen- und Frauensport artikulierte sich vorsichtig. die Politisierung der Sportbewegung erweckte nach wie vor Misstrauen. Das 1. Deutsche Turnfest im Jahre 1860 in Coburg wird als "Schwungrad der Entwicklung der Turnerei" bezeichnet. In einer Zeit, als Bismarck sich fünf Jahre nach seiner "Reichsgründung" innenpolitisch in Schwierigkeiten befand, im Jahre der Einführung der Geburten-, Heirats- und Sterbebücher unserer Standesämter wurder der Turnverein Lengfeld am 9. Januar 1876 gegründet - ein denkwürdiger Geburtstag! Die Vereinsatung hatten als wesentlichen Zweck die körperliche und geistige Bildung festgelegt.


Auszüge aus der Satzung:

§3
An der Spitze des Vereins steht ein von demselben gewählter Turnrath von 5 Mitgliedern, nämlich: Vorstand, Schriftwarth, Turnwarth, Säckelwarth und Zeugwarth, welchem zwei Turner als Beisitzer zur Seite stehen.

§5
Bedingungen der Aufnahme sind:
1. unbescholtener Ruf
2. sittlicher Lebenswandel
3. anständiges Betragen
4. Alter über 16 Jahre

§7
Gründe für die Ausweisung sind:
1. unsittlicher Lebenswandel
2. wiederholt gerügtes, unanständiges Betragen
3. nachlässiger Besuch des Turnplatzes
4. Widersetzlichkeit gegen Turnwarth und Vorturner

Noch im vorigen Jahrhundert wurde der erste Turnplatz - Grundstück Flurschütz am Ende der Schellerwiese - erworben. Durch viele Jungturner als laufender Nachwuchs konnte sich der Verein recht gut entwickeln; vornehmlich Turnen wurde gepflegt. Reck, Barren und Pferd waren die ersten Turngeräte, mit deren Hilfe ein geregelter Turnbetrieb ermöglicht wurde. Die erste Fahne, einfach und in schwarz-rot-goldenen Farben gehalten, wurde bereits in den Gründerjahren gekauft. Durch gemeinsame Anstrengungen gelang es, eine neue und weitaus wertvollere Vereinsfahne zu beschaffen, die beim 25-jährigen Stiftungsfest im Jahre 1901 feierlich eingeweiht und beim 125-jährigen zusammen mit der ersten Fahne gezeigt wurde.

Weitere Chronologie in Stichworten (weitergehende Quellen fehlen leider):

vor dem 1. Weltkrieg:
Lengfelder Turner beteiligen sich an zahlreichen bayrischen und deutschen Turnfesten.

1914 bis 1918
Vereinstätigkeit erlahmte; viele Mitglieder als soldaten; acht Turnbrüder kehrten nicht mehr aus dem 1. Weltkrieg nach Lengfeld zurück

nach dem 1. Weltkrieg:
Vereinsleben blüht allmählich wieder auf

im Jahre 1926
50 - jähriges Stiftungsfest mit Preisturnen

Ende der Zwanziger
Neben Turnen gewann auch Leichtathletik an Beliebtheit und Raum

im Jahre 1934
Intensive Übungsarbeit wird belohnt: Lengfeld errang den 1. Preis. Diplome und Preise wurden auch von anderen turnerischen Veranstalungen mit nach Lengfeld gebracht.

Es wird berichtet, dass bei aller Turnerei das gesellige Beisammensein bei Festen und anderen Vergnügen nich vergessen wurde. Die Auswirkung des "Dritten Reiches" blieben auch dem Turnverein Lengfeld nicht erspart. Totzdem stand er in seinen Grundzügen durch Zusammenhalt treu zu seinen Zielen.
damalige Vorsitzende:
Eugen Balling / Adolf Schmitt
Wieder einmal auf dem Höhepunkt der Vereinsgeschichte angelangt, griff das Schicksal wieder ein.

Zweiter Weltkrieg 1939-45
Weitgehender Rückgang der Vereinsaktivität; 23 Mitlglieder mussten ihr Leben lassen; mit dem Zusammenbruch im Jahr 1945 endete zunächst auch die Arbeit des Turnvereins.

nach 1945
Kontrollratsgesetze verboten Vereine bzw. ihre Wieder- u. Neubründung (bis 1949)

7. Mai 1949
Großer Tag in Lengfeld - 80 Mitglieder
Neugründung des Turn- und Sportvereins 1876 e.V.
Bei dieser Wiedergründung haben die Verantwortlichen mit dem neuen Namen auch der neuen sportentwicklung (Leichtathletik, Fussball, usw.) weitsichtig Rechnung getragen.

im Jahr 1950
Sportplatz konnte benutzt werden

13. Januar 1951
Gründung der Fussballabteilung
Gründung des Frauenturnens


Ab dieser Zeit ging es mit dem TSV Lengeld stetig aufwärts. Der Bau einer eigenen Turnhalle, weil dringend nötig, wurde diskutiert.

9./10. Juni 1951
75 - jähriges Stiftungsfest
wichtigstes Thema: Eigene Turnhalle unerlässlich


1952/1953
Baubeginn der eigenen Sporthalle - viel Arbeit, große Opfer und persönliche Einsätze

4./5. August 1956
80. Stiftungsfest in der fertig gestellten neuen Turnhalle - nicht nur der TSV Sportvertireb fand dort statt: Schulsport und öffentliche Veranstaltungen waren ebenfalls dort beheimatet

im Jahre 1963
Vergrößerung der Turnhalle durch einen Anbau für eine Bühne

1966 bis 1968
Wegen zu großer Nässe auf dem Sportplatz musste saniert und Drainagen einebaut werden. Patenverein TSV Rottendorf zeigte große Opferbereitschaft und gewährte unseren Fussballern eine Heimat.

28. Juni - 3. Juli 1968
Große Einweihungsfeier des sanierten Sportplatzes

60er Jahre - Anfang 70er Jahre
Turnhallenbau als legendäre Gifthütte

im Jahre 1972 (1.Okt.)
Fertigstellung der neuen Schule und besonders der neuen Schulturnhalle - ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des TSV Lengfeld

im Jahre 1973
Erste Tennisplätze im Kürnachtal (Juli)

im Jahre 1974
1 000 Mitglied im TSV Lengfeld - Errichtung des TSV_Eisstockplatzes im Kürnachtal

im Nov. 1974
Einweihung des TSV - Eisstockplatzes im Kürnachtal

25. Juni - 4. Juli 1976
100 - jähriges Jubiläum mit großer, überregionaler Ausstrahlung - Festschrift

im Jahre 1977
Fertigstellung der gemeindlichen/städtischen Kürnachtalhalle (KTH)
Fertigstellung des TSV-Sportheimes und der TSV-Gaststätte im Ausschluss an die KTH
1. Januar 1978
Zeitpunkt der Eingemeindung nach Würzburg

11./12. Juni 1983
Feierliche Übergabe mit Weihe des 2. Rasensportplatzes direkt an der Kürnach

im Jahre 1983
TSV gibt sich eine moderne, neue Vereinssatzung

im Juli 1984
Gemeinsamer Antrag vom TSV Lengfeld und der Volksschulleitung an die Stadt Würzburg wegen Errichtung ener Freisportanlage für schulische und öffentliche Nutzung gegenüber des Schulgelände

6. Juli 1985
Feierliche Übergabe mit Weihe des Tennisclubheimes im Kürnachtal

15. Juli 1989
Fertigstellung des 5. und 6. Tennisplatzes im Kürnachtal - 1. Brunnenbau

im Jahre 1990
Feierliche Übergabe mit Weihe des TSV-Erweiterungsbaus (+ Aufstockung) - Wegen Brandzerstörung des Schanzkindergartens zieht für mehr als zwei Jahre der Kiga. im Neubau ein (12. November 1990 - 31. Dezember 1992)

im Jahre 1991
Eröffnung des Fitnessraumes im Neubau

im Jahre 1996
Eisstockplatz des TSV Lengfeld wird wegen großer Nachfrage als Streetball-Platz vom TSV vorläufig der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt

im Jahre 1998
Völliger Neubau der 4-bahnigen Kegelbahn (städt.)

im Jahre 2000
TSV-Vorstandschaft wird von einer unabhängigen Main-Post Jury mit der Auszeichung "Vorstand des Jahres 1999" geehrt.

2004
Planung einer Beachvolleyball-Anlage



Ehrenvorsitzende:
Ehemaliger 3. Bürgermeister Karl Gerhard (gest. 23.01.1990)
Hugo Aubele (gest. 04.10.2000)
Manfred Stahl, Sportvorsitzender


Vorsitzende (soweit bekannt):

in den 30er Jahren (frühere Vorsitzende sind nicht überliefert)
Eugen Balling (gest.)
Adolf Schmitt (gest. 1949/50)

1950-1966 Karl Gerhard (gest.)
1966-1971 Erich Schoberth (gest. 31.01.79)
1971-1981 Hugo Aubele (gest.)
1981- heute Karlheinz Frick


Sportliche Glanzlicher in der langen TSV-Geschichte (Auswahl):

TSV - Jukokas durften über zwanzig Jahre nationale und inernationale Erfolge feiern. Höhepunkt dieser Abteilung waren 1981 die Ausrichtung eines Länderkampfes Bayern - Korea in der Carl-Diem-Halle; der Deutschen-Juod-Einzelmeisterschaften 1983; jahrelange Zugehörigkeit zur Bayernliga und 2. Bundesliga; außerordentliche erfolgreiche Jugendarbeit; 1997 Grünes Band der Dresdner Bank für vorbildliche Jugendarbeit (= DM 10.000.-) Olympiateilnehmerin 1996 in Atlanta (USA): Hannah Ertel (8.Pl.) Olympiateilnehmerin 2000 in Sydney (Australien) Tarek Ayad (Vorrunde)

FGL - Faschingsveranstaltungen zu Gunsten des Hauptvereins; glanzvolles 33-jähriges Jubiläum (2000) und das "Hervorbringen" dreier Faschingsprinzenpaare für die Stadt Würzburg: (KaGE-Elferrat)
1998 Evelyn und Josef Weiß
1999 Doris und Dr. Max Lippert
2002 Claudia und Rainer Schömig ("Zum Hirschen")


In der Leichtathletik-Abteilung wird hervoragende Kinder- und Jugendarbeit geleistet. Das Spitzenergebniss: Bayerischer Jund-Meister im Hochsprung durch Christian Mitnacht.

In der Fussballabteilung wird schon seit Jahrzehnten ausgezeichnete Jugendarbeit getrieben; hinter diesen Leistungen blieben die Männermannschften weit zurück. Anders aber seit ein paar Jahren! Nach mehrmaligem Aufstieg hintereinander spielen sie z.Zt. in der Bezirksoberliga.

Die Breitensportabteilung, seit knapp zwanzig Jahren bestehend, hat einen ungebrochenen Zuspruch und bezeichnet sich besonders durch Krieativität und immer neue Ideen aus.

Alle übrigen Abteilungen und Gruppen bilden, genau so wie die genannten, die erfolgreiche und dynamische Sportgemeinschaft des Stadtteilvereins TSV Lengfeld 1876 e.V. mit ca. 2500 Mitgliedern.


Zahlreiche Sportanlagen, meist im zentralen Kürnachtal, stehen den Mitgliedern zur Verfügung:
- Dreifach-Mehrzweckhalle (KTH)

- Neue Bundeskegelbahn (vier Bahnen in der KTH)
- Kleinerer Mehrzweckraum (im OG des KTH-Anbaus)
- Schachraum / Besprechungs- und Schulungraum
- Fitnessraum
- Beachvolleyball - Anlage (im Bau)
- Streetball - Platz ( frühere Eisstockplatz)
- 2 Rasenspielfelder, mit einem Nebenplazt ( im Winter bzw. bei schlechter Witterung steht in der Nähe bei Bedarf ein Kunstrasenplatz zur Verfügung (Anmietung))
- 6 Tennisplätze in bestem Zustand mit Clubheim und Grünflächen
- Schulturnhalle (Grundschule in der Carl-Orff-Strasse 2)
- Pfarrsaal des ÖZ: TSV Senioren Tanz
- Zur Infrastruktur zählen noch die öffentliche TSV-Gaststätte ("Kürnachtalstuben") mit verschiedenen großen Gastzimmern und ein TSV-Verwaltungstrakt


Zusammen ergibt dies ca. 30.000 qm Sportfächen für 2500 Mitglieder.
Zusätzlich noch Kurse besuchende Nichtmitglieder.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 10. März 2009 um 14:19 Uhr
 

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